Unsere Ziele

Was ist Suchtprävention?

Suchtprävention will Suchtentwicklungen vorbeugen und Abhängigkeit verhindern. Sie setzt früh an - bevor eine Sucht entsteht. Im Gegensatz zur Suchtberatung oder -behandlung arbeitet sie also nicht mit suchtkranken Menschen.
In ihrer Arbeit berücksichtigt Suchtprävention die Ursachen und möglichen Folgen von Sucht und Abhängigkeit. Verschiedenes kann süchtig machen: Unterschieden werden Suchtmittelabhängigkeiten wie die Abhängigkeit von Alkohol, Cannabis, Kokain, Tabak, Tabletten etc., sowie Verhaltenssüchte wie Spielsucht, Onlineabhängigkeit oder Sexsucht. Jedes Suchtmittel oder abhängig machende Verhalten wirkt anders. Auch die Gründe, warum jemand süchtig wird, sind sehr vielfältig.
So gibt es Ursachen beim einzelnen Menschen, seiner persönlichen Lebensgeschichte und seiner körperlichen Veranlagung. Aber auch gesellschaftliche Verhältnisse können Sucht begünstigen, wie hohe Arbeitslosigkeit, mangelhaft umgesetzte Bestimmungen zum gesetzlichen Jugendschutz und anderes mehr.
Allen Formen von Abhängigkeit ist gemeinsam: Sie schädigen die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen und belasten ihre Angehörigen und die Gesellschaft.

Was sind unsere Ziele?

  • Den Beginn des Suchtmittelkonsums verhindern oder verzögern
  • Einen risikoarmen Umgang mit abhängig machenden Substanzen und Verhaltensweisen fördern und verhindern, dass die Risiken auf die leichte Schulter genommen werden
  • Zum Konsumausstieg anregen
  • Gesellschaftliche Strukturen und persönliche Verhaltensweisen stärken, welche gesundes Verhalten ermöglichen

Wie erreichen wir unsere Ziele?

Suchtprävention setzt an bevor eine Sucht entsteht, also möglichst schon im Kindes- und Jugendalter. Sie berücksichtigt die unterschiedlichen Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen, wie etwa Jugendliche, Lehrpersonen oder Eltern. Häufig arbeitet sie mit Multiplikatoren, um die Zielgruppen zu erreichen: Zum Beispiel gelangt sie über Lehrpersonen oder Jugendarbeitende an Jugendliche. Sie setzt bei den gesellschaftlichen Verhältnissen an, etwa indem sie sich für die Einhaltung der Jugendschutzrichtlinien beim Tabak- und Alkoholverkauf stark macht. Ebenso wichtig sind die individuellen Verhaltensweisen, hier fördert Suchtprävention soziale und persönliche Kompetenzen, etwa indem sie Jugendliche lehrt, was massvoller Alkoholkonsum ist. Präventive Angebote werden immer über längere Zeit aufrechterhalten, nur so können sie Wirkung entfalten.

Warum sich Suchtprävention lohnt.

Suchterkrankungen verursachen persönliches Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Sie verkürzen die Lebenserwartung, unter anderem durch Unfälle, Suizide oder körperliche Schädigungen. Suchterkrankungen verursachen sehr hohe volkswirtschaftliche Kosten in Form von medizinischen Behandlungskosten, Produktionsverlusten durch Arbeitsunfähigkeit, Bekämpfung der Kriminalität im Bereich der illegalen Suchtmittel und anderem mehr. Problematischer Konsum, insbesondere von Alkohol, belastet zudem die Gesellschaft, etwa mit Lärm, Abfall, Vandalismus und Gewalt.
Untersuchungen* zeigen, dass Prävention wirksam ist und sich auch finanziell lohnt. So haben beispielsweise Informations- und Schulungsmassnahmen wesentlich zum Rückgang des Tabak und Alkoholkonsums in der Schweiz beigetragen. Die dadurch eingesparten Folgekosten von Sucht sind um ein Vielfaches höher als die in die Prävention investierten Mittel. Sowohl wegen des vielen Leids als auch wegen der hohen Kosten gilt: Vorbeugen ist besser als heilen.

* z.B: Synthesebericht - Ökonomische Evaluation von Präventionsmassnahmen in der Schweiz. Bericht im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit. 2010.

Was Sie tun können.

Alltag und Gesellschaft tragen entscheidend zur Suchtentwicklung bei. Schauen Sie daher hin, wenn Sie in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis problematisches Verhalten oder suchtbegünstigende Verhältnisse wahrnehmen und beziehen Sie Stellung, auch wenn es unangenehm ist. Hinterfragen Sie Ihren eigenen Umgang mit Suchtmitteln und abhängig machenden Verhaltensweisen. Suchen Sie das Gespräch mit Freunden oder Fachpersonen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sich im kritischen Bereich bewegen. Hilfreich dazu sind die Selbsttests.
Insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen tragen Erwachsene Verantwortung: Einmischen ist hier grundsätzlich gefragt, denn Wegschauen ist zwar einfach, leistet aber problematischen Entwicklungen Vorschub.