Suchtmittel Kokain

Kokain wird mittels eines chemischen Prozesses aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches herausgelöst.

  • Weiterführende Informationen

  • Beratungsangebote

    www.snowcontrol.ch
    Snowcontrol ist online Selbsthilfetool. Es unterstützt Sie dabei, über 6 Wochen hinweg anonym und selbständig Ihren Kokainkonsum zu reduzuieren. Zum Tool gehören ein Konsumtagebuch, eine persönliche fiktive Begleitperson sowie persönliche Chat-Beratungen. Snowcontrol ist vollständig anonym und wird auf einer gesicherten Webseite durchgeführt. Da Snowcontrol gerade wissenschaftlich evaluiert wird, ist die Teilnahme im Moment noch kostenlos. Snowcontrol wird vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF angeboten.

    www.saferparty.ch
    Informations- und Beratungsangebot der ambulanten Drogenhilfe der Stadt Zürich zur Verminderung von Risiken im Umgang mit (Designer-)Drogen.

    Beratungsangebote in Ihrer Region

  • Links zum Thema

    www.suchtschweiz.ch
     Sucht Schweiz. Fachstelle mit Schwerpunkt Forschung, Präventionskampagnen und -programmen, Information und Dokumentation.

    www.infoset.ch
    Das Schweizer Informationsportal von Infodrog zu Sucht, Drogen, Prävention und Hilfe

    www.elternundsucht.ch
    unterstützt  Eltern mit Suchtproblemen bei ihren Fragen und Überlegungen zu ihrer Rolle als Eltern und hilft neue Wege und Perspektiven ins Auge zu fassen.

Inhalt / Wirkung

Nach dem Herauslösen aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches wird Kokain in mehreren Schritten zu Kokain-Hydrochlorid, das einen Wirkstoffanteil bis zu 95% aufweist, weiter verarbeitet. Im so genannten «Strassenkokain» ist jedoch wegen der diversen Streckmittel oft viel weniger Kokain enthalten.

Kokain wirkt körperlich und psychisch stimulierend. Es steigert den Antrieb, löst euphorische Gefühle aus, erhöht die Kontaktfreudigkeit und kann zu Allmachtsphantasien führen. Kokain gilt auch als lust- und potenzsteigernd. Auf physischer Ebene bewirkt Kokain die Erhöhung von Blutzuckerspiegel, Körpertemperatur, Herzfrequenz und Blutdruck. Kokain dämpft zudem das Hunger- und Durstgefühl.

Risiken

Die stimulierende Wirkung von Kokain ist sehr heftig, gleichzeitig aber nur von kurzer Dauer. Lässt die Wirkung von Kokain nach, kommt es zu einem gefühlsmässigen Tief («Crash»), das Symptome wie  Schlaflosigkeit, Verlust des Interesses an Nahrung und Sexualität sowie Depressionen und suizidale Tendenzen umfasst.

Bei hohen Dosierungen ruft Kokain verstärkt Halluzinationen hervor, wobei auch vorübergehende Psychosen möglich sind, die mit Verfolgungswahn und Angstzuständen einhergehen können. Dauerhafter und intensiver Kokainkonsum kann zu psychischen Veränderungen führen und insbesondere Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Gewalttätigkeit und Aggressivität sowie unbegründeteÄngste und Verwirrtheit hervorrufen.

Kokainmissbrauch kann schwerwiegende körperliche Folgeschäden verursachen. Der Körper wird mit der Zeit weniger belastbar und weniger widerstandsfähig gegen Infektionen. Weitere Folgen sind körperlicher Abbau, Gewichtsabnahme und Unterernährung. Auch sind Schädigungen des Gehirns, der Leber und weiterer Organe möglich. Der wiederholte Gebrauch von Kokain kann über kurz oder lang in eine schwere psychische Abhängigkeit münden. Symptome einer körperlichen Abhängigkeit können beim intravenösen Konsum von Kokain und beim Rauchen von Kokain in der Form von Crack und Freebase auftreten.

Kokain kann für Erstkonsumierende wie für Dauergebrauchende lebensgefährlich sein: Die Folgen einer Überdosierung, aber auch eine individuelle Unverträglichkeit können zum Tod durch Kokainvergiftung führen.

Zahlen und Fakten    

Bei der Bevölkerungsbefragung, die 2011 im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz durchgeführt wurde, haben 0.4% der Befragten angegeben, im letzten Jahr Kokain konsumiert zu haben.Langzeitdaten aus der Befragung von Schülerinnen und Schülern in der Schweiz (HBSC) deuten auf einen leichten Anstieg des Probierkonsums hin. 2010 gaben 4.1% der 15-jährigen Jungen und 3.2% der 15-jährigen Mädchen an, schon einmal Kokain konsumiert zu haben.    
23.8% der Klientinnen und Klienten, die im Jahr 2010 eine stationäre Suchttherapie begannen, nannten Kokain als Hauptproblemsubstanz, 1.8% nannten Crack oder Freebase und 11.4% «Cocktails», eine Mischung aus Heroin und Kokain.

Prävention   

Kokain ist eine stark Sucht erzeugende Substanz mit schweren potenziellen Schädigungen von Psyche und Körper. Die Prävention hat deshalb den Nichteinstieg in den Kokainkonsum bzw. den Ausstieg zum Ziel. Präventionsmassnahmen auf Verhaltensebene umfassen die Information über die Risiken des Kokainkonsums und die Stärkung individueller Kompetenzen (z.B. das Anerkennen eigener Grenzen, die angemessene Gestaltung von Leistungs- und Erholungsphasen sowie kompetenter Umgang mit Risiken).

Quelle: Sucht Schweiz