Suchtverhalten Glücksspielen

Für viele ist Glücksspielen ein Freizeitvergnügen, welches sie im Griff haben. Andere hat das Glücksspiel im Griff: Sie werden abhängig und ruinieren sich und ihre Familien. 

Inhalt / Wirkung

Spielen ist menschlich, das Spiel als solches gibt es schon seit den Anfängen der Menschheit. Kinder lernen sich spielerisch in unserer Welt zurechtzufinden. Nicht nur in der Kindheit, sondern in allen Lebensphasen muss das Spielen seinen Raum haben. Spielen fördert den sozialen Kontakt und bewirkt eine Distanz zum Alltag.

Glücksspiele haben als Charakteristika, dass der Zufall über Gewinn und Verlust entscheidet. Es geht um einen ausgesetzten Gewinn, einen Einsatz und das Risiko des Verlustes - in der Regel wird um Geld gespielt. Erst das Geld verleiht dem Glücksspiel seine eigentliche Bedeutung. Der finanzielle Gewinn lockt die Spielenden genauso wie die Anbieter. Diese sorgen für einen hohen Gewinnanreiz bei den Spielenden, welche ein hohes Verlustrisiko eingehen, was die Veranstalter nicht tun. Das Glücksspiel ist ein sehr einträgliches Geschäft für die Anbieter. Für viele Menschen ist die Teilnahme an Glücksspielen wie Lotterien, Roulette, Black Jack, Geldspielautomaten und Pferdewetten ein anregender Bestandteil des Alltages, welchen sie ohne grosse Probleme in ihr Leben integrieren. Für andere wird es zur Sucht - zur Spielsucht.

Kriterien für Sucht

Folgende Kriterien erscheinen in der Forschung für die Definition der Spielsucht relevant:

  • Das Glücksspiel beherrscht und strukturiert das Leben der Betroffenen.
  • Der/die SpielerIn nimmt jede Gelegenheit zum Spielen wahr.
  • Die SpielerInnen haben ein unwiderstehliches Verlangen, ein Gefühl des «Nicht-aufhören-Könnens».
  • SpielerInnen verlieren nach Beginn des Spielens die Kontrolle über ihr Spielverhalten, die Einsatzhöhen und die Spieldauer.
  • Die Betroffenen entwickeln einen hohen Einfallsreichtum, um neue Geldquellen zu erschliessen.
  • Familie und Beruf werden zugunsten des Glücksspiels vernachlässigt. Der/die SpielerIn zieht sich aus dem sozialen Umfeld zurück.
  • Es wir ein Lügengeflecht aufgebaut, um hohe finanzielle Verluste zu vertuschen. Es wird heimlich gespielt.
  • Die Gefühle sind in erster Linie auf das Spielen ausgerichtet. SpielerInnen entfernen sich emotional von ihrer Familie.
  • Erfolg wird nur noch beim Glücksspiel gesucht.
  • Das Glücksspiel macht den Sinn ihres Lebens aus.

Risiken

Unkontrolliertes Spielverhalten führt auf die Dauer fast zwangsläufig zu finanziellen und psychosozialen Folgeschäden. Mit der Aufnahme von Krediten oder dem Verkauf des persönlichen Eigentums beginnt ein Kreislauf, welcher, wenn die eigenen Mittel erschöpft sind, auch in illegalen Handlungen enden kann. Besonders junge SpielerInnen bauen darauf, dass die Familie für den Schaden aufkommt. Längerfristig treten wegen dem Spielen Schuldgefühle auf. Depressionen können die Folge sein. Diese verstärken wiederum die Spielsucht.

Prävention

Auf struktureller Ebene gehört die Angebotslenkung und -einschränkung zur Prävention von Glücksspielsucht. Die Ausdehnung der Glücksspielangebote ins internationale Internet und der grenzüberschreitenden SpielerInnentourismus stellen hier grosse Herausforderungen dar. Technische Lösungenzum Sperren von Webseiten sind vorhanden (www.gamblock.com), werden aber selten konsequent genug eingesetzt. Legale Glücksspielanbieter (Casinos und Swisslos/LoRo) unterliegen strengen Regeln bezüglich der Ausgestaltung der Spiele. Dennoch ist der Spielerschutz ungenügend (Jugendschutz, irreführende Werbung, Glücksillusion über Geld/Luxus).

Auf individueller Ebene beinhaltet Prävention die Sensibilisierung der Bevölkerung auf die Gefahren von Glücksspielen. Wie bei allen anderen Suchtproblemen setzen die Präventionsmassnahmen auch bei der Glücksspielsucht idealerweise bereits früh an. Es ist deshalb wichtig, Kindern und Jugendlichen eine Vorstellung davon zu geben, was «gesundes» Spielen heisst und ihre Spiel- und Medienkompetenz zu fördern.
Der Früherkennung kommt eine bedeutende Rolle zu. SpielerInnen nehmen ihr Verhalten selbst oft erst dann als problematisch wahr, wenn die Situation bereits sehr schwierig geworden ist und ein grosser sozialer oder finanzieller Druck entstanden ist. Deswegen ist es bei Anzeichen für problematisches Spielverhalten wichtig, dass das Umfeld (Partner, Kinder, FreundInnen, Arbeitgeber) frühzeitig reagiert. Zum einen können Nahestehende das Gespräch suchen, wenn sie sich Sorgen machen. Zum anderen kann die Vermittlung einer Beratung gefördert werden.
Das Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte bietet im Kanton Zürich Prävention und Beratung zu Glücksspielsucht an.
Quelle Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte