Suchtmittel Ecstasy

Ecstasy (MDMA) und seine strukturverwandten Substanzen (MMDA, MDA, MDEA und MBDM) zählen zu den synthetischen Drogen, auch Designerdrogen genannt.

  • Weiterführende Informationen

  • Beratungsangebote

    www.saferparty.ch
    Informations- und Beratungsangebot der ambulanten Drogenhilfe der Stadt Zürich zur Verminderung von Risiken im Umgang mit (Designer-)Drogen.

    Beratungsangebote in Ihrer Region

  • Links zum Thema

    www.suchtschweiz.ch
    Sucht Schweiz. Fachstelle mit Schwerpunkt Forschung, Präventionskampagnen und -programmen, Information und Dokumentation.

    www.infoset.ch
    Das Schweizer Informationsportal von Infodrog zu Sucht, Drogen, Prävention und Hilfe

    www.elternundsucht.ch
    unterstützt  Eltern mit Suchtproblemen bei ihren Fragen und Überlegungen zu ihrer Rolle als Eltern und hilft neue Wege und Perspektiven ins Auge zu fassen.

Wirkung

Die Amphetamin-Wirkungskomponenten von Ecstasy lösen Wachheit und Leistungssteigerung aus; die halluzinogenen Wirkungen führen zu einer veränderten Wahrnehmung von Raum und Zeit.

Je nach Drogendesign und eingenommener Dosis treten die stimulierenden, die halluzinogenen oder die sinnlichkeitsverstärkenden Wirkungskomponenten stärker hervor. Meistens kommt es zu einer euphorischen Grundstimmung mit gesteigerter Sinneswahrnehmung und emotionaler Offenheit bei gleichzeitiger Antriebssteigerung.

Risiken

Häufige unmittelbare Nebenwirkungen des Ecstasykonsums sind Mundtrockenheit, Muskelverkrampfungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit, vermindertes Hunger- und Durstgefühl sowie ein starkes Ansteigen der Körpertemperatur. Die Überhitzung des Körpers ist eines der bedrohlichsten Risiken im Zusammenhang mit Ecstasykonsum.

Überdosierter Ecstasykonsum  und Mischkonsum (z.B. mit Alkohol) können lebensbedrohlich sein. Sie manifestieren sich durch Krampfzustände, Austrocknung und Überhitzung des Körpers, Blutdruckabfall, Herz-Kreislauf-Störungen, Lungenödeme sowie Leber- und Nierenversagen.

Als Langzeitfolgen des Ecstasykonsums treten Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit sowie Nieren- und Lebererkrankungen auf.
Es gibt Zusammenhänge zwischen Ecstasykonsum und psychischen Erkrankungen (u.a. Depressionen und Ängste), insbesondere bei Personen mit einer entsprechenden Veranlagung. Es ist nicht geklärt, ob die psychischen Probleme dem Konsum vorausgehen, oder ob der Konsum zu psychischen Problemen führt.

Forschungsergebnisse lassen annehmen, dass Ecstasy langfristig neurotoxisch wirkt, indem im Gehirn das Serotonin-System geschädigt wird. Diese Wirkung wird vermutlich durch Umgebungsbedingungen verstärkt (überhitzte Räume, viel Bewegung, Flüssigkeitsverlust).

In Studien wurde festgestellt, dass Ecstasy leichte negative Auswirkungen auf kognitive Leistungen haben kann - insbesondere auf die Gedächtnis- und Merkfähigkeit sowie auf psychomotorische Funktionen.
Es kann sich eine psychische Abhängigkeit von Ecstasy entwickeln. Beim Absetzen der Substanz führt dies zu Stimmungsschwankungen und depressiven Verstimmungen.

Zahlen und Fakten

Bei der Bevölkerungsgefragung, die 2011 im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz durchgeführt wurde, haben 0.7% der Befragten angegeben, im letzten Jahr Ecstasy konsumiert zu haben. Gemäss der Schülerinnen- und Schülerbefragung (HBSC) aus dem Jahr 2010 haben 1.6% der 15-jährigen Mädchen und 3,4% der 15-jährigen Jungen mindestens ein Mal in ihrem Leben Ecstasy konsumiert.
In einer Studie mit 16- bis 20-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Jahr 2002 gaben 5.5% der Mädchen und 10.5% der Jungen an, bereits einmal in ihrem Leben «Ecstasy und Speed» konsumiert zu haben. 1.7% der Mädchen und 3.9% der Jungen gaben an, aktuell solche Substanzen zu gebrauchen.
Eine Umfrage in der Partyszene der Westschweiz im Jahr 2006 kam zum Schluss, dass 23% der Befragten in den letzten dreissig Tagen vor der Befragung Ecstasy konsumiert hatten.

Prävention

Da Ecstasy vor allem in der Party- und Technoszene konsumiert wird, muss die Prävention szenenahe Arbeit vor Ort einschliessen. Informationen über die Wirkungen und Risiken sind wichtig. Zentrale Präventionsbotschaft ist: Drogenkonsum ohne Risiken gibt es nicht. Bei Personen, die trotzdem konsumieren wollen, trifft die Prävention auch schadensmindernde Massnahmen. Eine direkt an den Konsumorten stattfindende Massnahme ist das Testen von XTC-Pillen und anderen synthetischen Drogen mit mobilen Labors. Bei solchen Tests ist es unerlässlich, dass Fachpersonen mitwirken, dass der Pillentest mit einem Gespräche verbunden, die Analyse erläutert und klare Präventionsbotschaften vermittelt werden.