Suchtmittel E-Zigaretten / E-Shishas

Inhalt / Wirkung

E-Zigaretten sind in der Schweiz seit etwa 2005 bekannt. Sie existieren in verschiedenen Ausführungen. Typischerweise bestehen sie aus einem Mundstück, einer wiederaufladbaren Batterie, einem elektrischen Verdampfer und einer Kartusche. In der Kartusche befindet sich eine Flüssigkeit, ein sogenanntes Liquid, das beim Ziehen am Mundstück vernebelt und inhaliert wird. Es gibt Liquids sowohl mit als auch ohne Nikotin. Es gibt auch Einweg-Geräte, die nicht wiederaufladbar sind. Seit kurzer Zeit sind in der Schweiz Produkte mit der Bezeichnung E-Shisha als Einweg-Geräte ohne Nikotin auf dem Markt.

Dampfen kommt dem Raucherlebnis von Zigaretten nahe. Es führt zu keinem unangenehmen Geruch von Kleidern und zu keinen Verfärbungen. E-Zigaretten mit Nikotin können das Verlangen nach Tabak und auftretende Entzugssymptome nach dem Rauchstopp verringern. Manche Raucher/innen rauchen dadurch weniger aufgrund des Konsums von E-Zigaretten oder gar nicht mehr. Es ist derzeit aber nicht erwiesen, ob E-Zigaretten Rauchende bei einem dauerhaften Rauchstopp unterstützen können. Schliesslich gehört dazu auch eine Verhaltensänderung, um die psychische Abhängigkeit erfolgreich überwinden zu können. Die Verhaltensmuster beim Konsumieren einer E-Zigarette entsprechen aber weitgehend jenen einer gewöhnlichen Zigarette.

Risiken   

Nach heutigem Wissensstand sind E-Zigaretten/E-Shishas deutlich weniger schädlich als Tabakzigaretten. Dennoch rät das Bundesamt für Gesundheit beim Konsum zur Vorsicht. Denn die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind noch weitgehend unbekannt. Der Dampf gewisser E-Zigaretten enthält zudem krebserzeugende Stoffe (Aldehyde).
Regelmässiger Konsum nikotinhaltiger E-Zigaretten kann, analog zu herkömmlichen Zigaretten, zu Nikotinabhängigkeit führen. Nikotin ist ein starkes Nervengift. Es beschleunigt den Herzschlag und bewirkt eine Verengung der peripheren Blutgefässe. Werden nikotinhaltige Nachfüllflüssigkeiten unsachgemäss behandelt oder inhaliert, besteht zudem die Gefahr von Vergiftungen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Durch fruchtige, süsse Aroma-Substanzen (Schokolade, Vanille, etc.) sowie die attraktive Gestaltung von E-Zigaretten/E-Shishas werden vermehrt Kinder und Jugendliche angesprochen. Da das Handling jenem von Zigaretten weitgehend entspricht, besteht die Gefahr, dass eingeübte Verhaltensmuster zum Einstieg in den Tabakkonsum verleiten.

Zahlen und Fakten

Die definitiven Zahlen über die Konsumhäufigkeit für die Schweiz werden im Laufe des ersten Quartals 2014 publiziert. Die Vorergebnisse der Telefonumfrage im 1. Semester 2013 weisen in der Bevölkerung ab 15 Jahren eine Prävalenz von 1% aus.

Prävention

Man weiss noch wenig über das Konsumverhalten bei E-Zigaretten. Fachleute sind zur Zeit daran, das Wissen um Risiken und Chancen von E-Zigaretten zusammenzutragen, um eine qualifizierte Einschätzung abgeben zu können. Steigen Rauchende konsequent auf E-Zigaretten um, so kann dies die gesundheitlichen Risiken reduzieren. Die Nikotinabhängigkeit wird damit aber nicht überwunden. Kommt es zu einem Mischkonsum (Konsum von Tabak- und E-Zigaretten), können die gesundheitlichen Folgen des Rauchens kaum reduziert werden.
Dem Jugendschutz und einer reglementierten Produktwerbung beim Verkauf von E-Zigaretten ist hohe Beachtung zu schenken, so dass Jugendliche oder erwachsene Nichtraucher nicht über E-Zigaretten den Einstieg ins Rauchen finden.
Institutionen (z.B. Schulen) sollten den Konsum von E-Zigaretten in Räumlichkeiten möglichst gleich regeln wie jenen von Tabakprodukten.

Die Regionalen Stellen für Suchtprävention beraten Schulen, Institutionen, Gemeinden, Eltern und weitere Interessierte zu Fragen zum Umgang mit E-Zigaretten.

Gesetzliche Bestimmungen

E-Zigaretten fallen in den Geltungsbereich des Lebensmittelgesetzes und werden dort als Gebrauchsgegenstände behandelt. E-Zigaretten ohne Nikotin können frei verkauft werden. Verboten ist hingegen der Handel mit nikotinhaltigen E-Zigaretten. Der Import für den Eigen-gebrauch ist bis zu einer Menge von 150 ml erlaubt.

Die E-Zigaretten fallen nicht unter das Bundesgesetz zum Schutz vor Passivrauchen. Die Kantone können ein entsprechendes Verbot erlassen. Ist dies nicht der Fall, so kann der In-haber eines öffentlich zugänglichen Raumes (z. B. der Wirt eines Restaurants) in der Haus-ordnung eine eigene Regelung erlassen. So ist beispielsweise der Konsum im öffentlichen Verkehr seit Dezember 2013 verboten und viele Schulen haben bereits Konsumverbote erlassen.


Quellen: Bundesamt für Gesundheit, Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich