Kokain wird mittels eines chemischen Prozesses aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches herausgelöst.
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Inhalt / Wirkung
Nach dem Herauslösen aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauches wird Kokain in mehreren Schritten zum bei uns bekannten «Schnee», dem Kokain-Hydrochlorid, das einen Wirkstoffanteil bis zu 95% aufweist, weiter verarbeitet. Im so genannten «Strassenkokain» ist jedoch wegen der diversen Streckmittel oft viel weniger Kokain enthalten.
Kokain wirkt körperlich und psychisch stimulierend. Es steigert den Antrieb, löst euphorische Gefühle aus, erhöht die Kontaktfreudigkeit und kann zu Allmachtsphantasien führen. Kokain gilt auch als lust- und potenzsteigernd. Auf physischer Ebene bewirkt Kokain die Erhöhung von Blutzuckerspiegel, Körpertemperatur, Herzfrequenz und Blutdruck. Kokain dämpft zudem das Hunger- und Durstgefühl.
Risiken
Die stimulierende Wirkung von Kokain ist sehr heftig, gleichzeitig aber nur von kurzer Dauer. Lässt die Wirkung von Kokain nach, kommt es zu einem gefühlsmässigen Tief («Crash»), das Symptome wie Schlaflosigkeit, Verlust des Interesses an Nahrung und Sexualität sowie Depressionen und suizidale Tendenzen umfasst.
Bei hohen Dosierungen ruft Kokain verstärkt Halluzinationen hervor, wobei auch vorübergehende Psychosen möglich sind, die mit Verfolgungswahn und Angstzuständen einhergehen können. Dauerhafter und intensiver Kokainkonsum kann zu psychischen Veränderungen führen und insbesondere Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Gewalttätigkeit und Aggressivität sowie unbegründeteÄngste und Verwirrtheit hervorrufen.
Kokainmissbrauch kann schwerwiegende körperliche Folgeschäden verursachen. Der Körper wird mit der Zeit weniger belastbar und weniger widerstandsfähig gegen Infektionen. Weitere Folgen sind körperlicher Abbau, Gewichtsabnahme und Unterernährung. Auch sind Schädigungen des Gehirns, der Leber und weiterer Organe möglich. Der wiederholte Gebrauch von Kokain kann über kurz oder lang in eine schwere psychische Abhängigkeit münden. Symptome einer körperlichen Abhängigkeit können beim intravenösen Konsum von Kokain und beim Rauchen von Kokain in der Form von Crack und Freebase auftreten.
Kokain kann für Erstkonsumierende wie für Dauergebrauchende lebensgefährlich sein: Die Folgen einer Überdosierung, aber auch eine individuelle Unverträglichkeit können zum Tod durch Kokainvergiftung führen.
Zahlen und Fakten
Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2002 und 2007 deuten auf eine Zunahme des Kokainkonsums hin. 2.8% (3.8% Männer, 1.7% Frauen) der Befragten gaben 2007 an, mindestens einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert zu haben.
Bei den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern gibt es Hinweise auf einen leichten Anstieg des Probierkonsums in den letzten Jahren. In der Schülerbefragung von 2006 gaben 2.6% der Befragten an, schon einmal Kokain konsumiert zu haben.
29.9% der Klientinnen und Klienten, die im Jahr 2007 eine stationäre Drogentherapie begannen, nannten Kokain als Hauptproblemsubstanz, 0.9% nannten Crack und 12.5% «Cocktails», eine Mischung aus Heroin und Kokain.
Prävention
Kokain ist eine stark Sucht erzeugende Substanz mit schweren potenziellen Schädigungen von Psyche und Körper. Die Prävention hat deshalb den Nichteinstieg in den Kokainkonsum bzw. den Ausstieg zum Ziel. Präventionsmassnahmen auf Verhaltensebene umfassen die Information über die Risiken des Kokainkonsums und die Stärkung individueller Kompetenzen (z.B. das Anerkennen eigener Grenzen, die angemessene Gestaltung von Leistungs- und Erholungsphasen sowie kompetenter Umgang mit Risiken).
Letztmals aktualisiert: Nov. 2009.
