Die Informations- und Kommunikations-Technologie hat die Kommunikationsstrukturen der Gesellschaft stark verändert. Neue Medien sind für viele Menschen unverzichtbar geworden. Es zeigt sich, dass die Nutzung neuer Medien auch zu Problemen führen kann.
Weiterführende Informationen
Selbsttests
Beratungsangebote
www.radix.ch
Zentrum für Spielsucht und andere VerhaltenssüchteOffene Tür Zürich
Selbsthilfezentrum. Eine Gruppe für Onlinegamesucht wird aufgebaut.Links zum Thema
www.sucht-info.ch
Sucht Info Schweiz. Fachstelle mit Schwerpunkt Forschung, Präventionskampagnen und -programmen, Information und Dokumentation.www.infoset.ch
Das Schweizer Informationsportal von Infodrog zu Sucht, Drogen, Prävention und HilfeUnsere Publikationen zum Thema
"Internet: Kinder und Jugendliche unterstützen"
Broschüre für Eltern von 11 bis 16-Jährigen"Handy, Fernseher, Computer. Abhängigkeit vermeiden."
Broschüre für Eltern von 5 bis 12-Jährigen
Inhalte mit Gefährdungspotential
Bestimmte Angebote des Internets haben das Potenzial, Nutzer/innen stark an sich zu binden:
- Online-Games (betroffen sind vor allem männliche Jugendliche)
- Online-Kommunikation (zum Beispiel Chats, betroffen sind besonders Frauen)
- Konsum von Sex- und Pornoseiten (der Anteil jüngerer Männer scheint hier besonders hoch zu sein)
Risiken
Eine exzessive Beschäftigung mit Internetangeboten kann gesundheitliche und soziale Folgen haben. Wenn sich das Leben nur noch um Internet, Gamen etc. dreht, bleibt weniger Zeit für andere Lebensbereiche. Dies kann sich negativ auf soziale Beziehungen oder auf die schulische resp. berufliche Leistungsfähigkeit auswirken. Beeinträchtigungen der körperliche Gesundheit können sich zum Beispiel durch Haltungsschäden, Probleme wegen gestörtem Essverhalten, Kopfschmerzen und Sehschwierigkeiten zeigen.
Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf einen schädlichen Gebrauch des Internets hinweisen, beispielsweise wenn die betroffene Person sich zunehmend sozial isoliert, immer häufiger online ist, Gesprächen zum Umgang mit dem Web aus dem Weg geht oder Probleme in der Schule oder im Beruf hat. Mit der Zeit kann sich daraus eine Abhängigkeit entwickelt.
Bei der Onlinesucht fehlt eine psychoaktive Substanz, die körperlich abhängig macht. Der Effekt entsteht durch körpereigene biochemische Veränderungen, die durch ein exzessives Verhalten ausgelöst werden. Charakteristisch für eine Onlinesucht sind ein starkes Verlangen, das Internet zu gebrauchen, ein Kontrollverlust über den Gebrauch, eine zeitliche Steigerung der Nutzung, eine Einengung der Interessen auf das Internet, Symptome wie z.B. Nervosität, wenn das Internet nicht benutzt wird (Entzugserscheinungen), und ein anhaltender Gebrauch trotz schädlicher Folgen.
Zahlen und Fakten
In der Schweiz benutzen 51,4% der Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet täglich oder fast täglich, weitere 12,7% geben an, dieses mehrmals pro Woche zu nutzen (Bundesamt für Statistik, September 2006). Das heisst, dass 64,1% der Bevölkerung ab 14 Jahren das Internet regelmässig benutzen.
Der Anteil Personen, die ein Abhängigkeitsproblem mit der Nutzung von Internetangeboten haben, ist schwer zu bestimmen. Ausgehend von einer in der Schweiz durchgeführten Studie geht eine Schätzung davon aus, dass hierzulande ungefähr 70 000 Personen onlinesüchtig und 110 000 gefährdet sind. Onlinesüchtige verbringen durchschnittlich 35 Stunden pro Woche ausserberuflich auf dem Netz.
Prävention
Kinder und Jugendliche sind eine besonders wichtige Zielgruppe der Onlinesuchtprävention. Wichtig ist in erster Linie, dass Eltern, Lehrpersonen etc. sich dafür interessieren, womit sich Kinder und Jugendliche im Internet beschäftigen. Sie müssen dazu keine Fachkenntnisse haben. Weiter tragen Regeln zur Nutzung des Internets (z. B. Zeitbudget pro Woche) und ein Augenmerk auf die internetfreie Freizeitgestaltung dazu bei, Probleme zu vermeiden. Beziehungen und Erfahrungen in der «realen» Welt sind wichtig! Die Stärkung von Schutzfaktoren wie z.B. der Sozialkompetenz und der Abbau von Risikofaktoren tragen zur Suchtprävention bei.
Ebenso wichtig ist die Förderung der Medienkompetenz, indem die Nutzerinnen und Nutzer zum Beispiel lernen, realistische Erwartungen an das Internet aufzubauen und die Angebote im Internet sicher zu nutzen.
Das Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte widmet sich im Kanton Zürich der Prävention und Beratung in diesem Bereich. Die Arbeit des Zentrums basiert auf dem Konzept für Prävention und Behandlung von Glücksspielsucht (Auszug aus dem Konzept)
Letztmals aktualisiert: April 2011.
