Heroin wird zu den halbsynthetischen Opiaten gezählt. Aus der Opiumpflanze («Schlafmohn») wird Rohopium gewonnen, das im Labor zu «Diacetylmorphin», bei uns bekannt als Heroin, weiterverarbeitet wird.
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Links zum Thema
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Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF: Wissenschaftliches Institut für Forschungen rund um Suchtfragen.
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Wirkung
Heroin löst nach wenigen Sekunden ein «Flash» aus. Danach stellt sich ein Zustand der Beruhigung ein. Heroin stillt Schmerzen und versetzt den Konsumierenden in eine euphorische Stimmung. Die Substanz wirkt auch auf das Zentralnervensystem: Das Selbstvertrauen nimmt zu, Ängstlichkeit und Anspannung verfliegen.
Risiken
Heroin hat ein extrem hohes Abhängigkeitspotenzial und kann zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit führen. Die Rückfallgefahr nach einem Entzug ist bei Heroinabhängigkeit gross, besonders wenn die Betroffenen ins Drogenmilieu zurückkehren.
Der Konsum von reinem Heroin hat nur geringe körperliche Folgen. Es ist vor allem das verunreinigte Heroin des Schwarzmarktes, das längerfristige körperliche Schädigungen verursacht. Zusätzlich können unsachgemässe oder unhygienische Injektionen Blutvergiftungen und Abszesse verursachen. HIV-Infektionen, Leberinfektionen (Hepatitis B und C) und Mangelerkrankungen sind durch die Lebensumstände (schlechte Injektionshygiene, Spritzentausch, Prostitution, mangelhafte Ernährung) bedingt.
Heroinkonsum birgt das Risiko eines akuten Todesfalls durch Überdosis oder eines allergischen Schocks. Beigemischte Streckstoffe oder die Kombination von Heroin mit anderen Substanzen (z.B. Kokain, Cannabis, Alkohol und Beruhigungsmitteln) tragen häufig zu allergischen Schocks sowie Atem- und Kreislaufdepressionen als Todesursache bei.
Ob Heroingebrauch langfristig die Psyche schädigt, ist nicht eindeutig geklärt. Studien zeigen, dass rund 80 Prozent der Opiatabhängigen an einer oder mehreren psychischen Störungen leiden. Psychische Erkrankungen sind aber nicht unbedingt eine Folge des Heroinkonsums. Sie können parallel zur Heroinabhängigkeit verlaufen oder eine Ursache für eine Suchtentwicklung sein.
Soziale Risiken wie Beschaffungskriminalität, Beschaffungsprostitution, Kleindealerei und soziale Verwahrlosung sind weniger direkte Folgen des Heroinkonsums als vielmehr eine Folge der Illegalität der Droge.
Zahlen und Fakten
Gemäss Schätzungen aus den 90er-Jahren sind in der Schweiz ungefähr 30 000 Personen von Heroin und/oder Kokain abhängig. Eine Schätzung des Bundesamtes für Gesundheit kommt - basierend auf der Statistik der Methadonbehandlungen, der drogenbedingten Todesfälle und der Verzeigungen wegen Heroinkonsums - auf 18 500 bis 25 500 Heroinabhängige für das Jahr 2002.
Die Daten aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2002 und 2007 weisen darauf hin, dass der Gebrauch von Heroin nicht zugenommen hat. Im Dezember 2007 nahmen 1283 Patienten und Patientinnen eine heroingestützte Behandlung (HeGeBe) in Anspruch. 17 663 Personen erhielten 2007 eine Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Buprenorphin.
Prävention
Heroin ist eine stark abhängig machende Substanz mit einem hohen Suchtpotenzial bei allen Konsumformen. Ziel der Prävention ist deshalb in erster Linie, den Einstieg in den Heroinkonsum zu verhindern. Entsprechende Massnahmen sind Information und Sensibilisierung, die Förderung von Lebenskompetenzen und die Schaffung gesunder Lebensbedingungen. Darüber hinaus setzt die Prävention bei der Früherkennung von Zielgruppen an, die Risikofaktoren für ein Suchtverhalten aufweisen (z.B. familiäre Schwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten, oder geringe Stressresistenz). Mit schadensmindernden Massnahmen soll die Lebenssituation von Heroinabhängigen verbessert und Folgeschäden verhindert werden: Die Konsumierenden werden dazu medizinisch betreut, erhalten Beratung und können saubere Spritzen beziehen.
Letztmals aktualisiert: Nov. 2009.
