Suchtmittel Halluzinogene

halluzinogene

Unter dem Begriff der Halluzinogene (abgeleitet aus lat. alucinatio: gedankenloses Reden) werden sehr unterschiedliche psychoaktive Substanzen zusammengefasst.

  • Weiterführende Informationen

  • Beratungsangebote

    www.saferparty.ch
    Informations- und Beratungsangebot der ambulanten Drogenhilfe der Stadt Zürich zur Verminderung von Risiken im Umgang mit (Designer-)Drogen.

    Beratungsangebote in Ihrer Region (PDF)

  • Links zum Thema

    www.suchtschweiz.ch
    Sucht Schweiz. Fachstelle mit Schwerpunkt Forschung, Präventionskampagnen und -programmen, Information und Dokumentation.

    www.infoset.ch
    Das Schweizer Informationsportal von Infodrog zu Sucht, Drogen, Prävention und Hilfe

Inhalt / Wirkung

Das gemeinsame Merkmal der unter «Halluzinogene» zusammengefassten Stoffe liegt darin, dass sie Sinnestäuschungen und tiefgreifende psychische Veränderungen hervorrufen können. Charakteristisch ist dabei ein stark verändertes Erleben von Raum und Zeit sowie des Selbst. Viele Konsumierende sehen Bilder (Halluzinationen und Visionen) oder hören Stimmen. Weltweit enthalten über 100 Pflanzen halluzinogene Wirkstoffe. Eine Vielzahl von ihnen konnte chemisch synthetisiert werden. Zu den Halluzinogenen zählen beispielsweise LSD (d-Lysergsäure-Diäthylamid), Psylocibin (magische Pilze), Meskalin, 2C-B und 2C-I, DOM und DOB, Ketamin, Fliegenpilze und Nachtschattengewächse.

Risiken

Der Konsum halluzinogener Substanzen birgt zahlreiche körperliche und psychische Risiken. Zu den möglichen körperlichen Folgen gehören Herzrasen, Blutdruckabfall, Atemnot, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen etc. Eine Überdosis kann lebensbedrohlich sein. Auf der psychischen Ebene können Verwirrtheit, Erregungs- und Wahnzustände, Einschränkung der Merkfähigkeit, Panik, Aggressivität etc. auftreten. Bereits vorhandene psychische Störungen können nach dem Konsum von Halluzinogenen verstärkt werden.

Bei längerfristigem Gebrauch kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln. Auch chronische Sehstörungen (dauerhafte Flashbacks) sind möglich, wenn Halluzinogene über längere Zeit konsumiert werden.

Es gibt keine eindeutigen Hinweise auf eine körperliche Abhängigkeit von Halluzinogenen. Bei regelmässigem Gebrauch ist jedoch eine Toleranzbildung zu beobachten, das heisst die Dosierung muss laufend erhöht werden, um dieselbe Wirkung zu erlangen. Dies birgt die Gefahr, sich durch hohe Dosen akut zu vergiften. 

Zahlen und Fakten

Der Gebrauch halluzinogener Drogen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz kann im Vergleich zu anderen psychoaktiven Substanzen als ein Randphänomen betrachtet werden. Bei der Bevölkerungsbefragung, die 2011 im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz durchgeführt wurde, haben 0.5% der Befragten angegeben, im letzten Jahr LSD konsumiert zu haben. 0.2% haben nach eigenen Angaben halluzinogene Pilze konsumiert und 0.1% der Befragten andere Halluzinogene. Gemäss der Schülerinnen- und Schülerbefragung (HBSC) aus dem Jahr 2010 haben 2.5% der 15-jährigen Mädchen und 4.4% der 15-jährigen Jungen mindestens ein Mal in ihrem Leben halluzinogene Pilze konsumiert. Beim LSD lag der Anteil der 15-jährigen Mädchen bei 0.9% und der 15-jährigen Jungen bei 3.2%.
Eine Umfrage zum Drogenkonsum bei 16- bis 20-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz im Jahr 2002 hat ergeben, dass 5.6% der jungen Frauen und 12.3% der jungen Männer in diesem Alter zumindest einmal in ihrem Leben Halluzinogene probiert haben. Einen Gebrauch dieser Drogen innerhalb des letzten Monats nannten 1.7% dieser Altersgruppe.

Prävention   

Der Konsum von Halluzinogenen birgt Gefahren für die körperliche und insbesondere für die psychische Gesundheit. Die Prävention hat deshalb in erster Linie  einen Konsumverzicht zum Ziel. Für Personen, die trotzdem konsumieren wollen, ist die Schadensminderung wichtig. Die Grundbotschaft lautet dabei: Es gibt keinen Drogenkonsum ohne Risiko. Insbesondere ist auf das hohe Risiko eines Mischkonsums (gleichzeitiger Gebrauch mehrerer psychoaktiver Substanzen) hinzuweisen. Neben Information und Sensibilisierung sind die Förderung von Lebenskompetenzen, z.B. zum Umgang mit Risiken, und die Schaffung gesunder Lebensbedingungen wichtig.

Letztmals aktualisiert: Oktober 2012, Sucht Schweiz