Bei der Glücksspielsucht handelt es sich nicht um ein Suchtmittel, sondern um eine süchtig machende Tätigkeit.
Weiterführende Informationen
Beratungsangebote
www.radix.ch
Zentrum für Spielsucht und andere VerhaltenssüchteLinks zum Thema
www.sos-spielsucht.ch
Internetseite zu den Gefahren beim Glücksspiel (Suchtentwicklung) und den möglichen Folgen davon (Schulden, sozialer Abstieg, psychische Erkrankung). Angebot von ersten Hilfeleistungen (Information, Helpline, anonyme@Beratung).www.sucht-info.ch
Sucht Info Schweiz. Fachstelle mit Schwerpunkt Forschung, Präventionskampagnen und -programmen, Information und Dokumentation.www.suchtforschung.ch
Institut für Suchtforschung ISF: Wissenschaftliches Institut für Forschungen rund um Suchtfragen.www.infoset.ch
Das Schweizer Informationsportal von Infodrog zu Sucht, Drogen, Prävention und Hilfe
Inhalt / Wirkung
Spielen ist menschlich, das Spiel als solches gibt es schon seit den Anfängen der Menschheit. Kinder lernen sich spielerisch in unserer Welt zurechtzufinden. Nicht nur in der Kindheit, sondern eigentlich in allen Lebensphasen sollte das Spielen einen Raum haben. Spielen fördert den sozialen Kontakt und bewirkt eine Distanz zum Alltag.
Glücksspiele haben als Charakteristika, dass der Zufall über Gewinn und Verlust entscheidet. Es geht um einen ausgesetzten Gewinn, einen Einsatz und das Risiko des Verlustes - in der Regel wird um Geld gespielt. Erst das Geld verleiht dem Glücksspiel seine eigentliche Bedeutung. Der finanzielle Gewinn lockt die Spielenden genauso wie die Betreiber. Diese sorgen für einen hohen Gewinnanreiz bei den Spielenden, welche ein hohes Verlustrisiko eingehen, was die Veranstalter nicht tun. Das Glücksspiel ist ein sehr einträgliches Geschäft für die Betreiber. Für viele Menschen ist die Teilnahme an Glücksspielen wie Lotterien, Roulette, Black Jack, Geldspielautomaten und Pferdewetten ein anregender Bestandteil des Alltages, welchen sie ohne grosse Probleme in ihr Leben integrieren. Für andere wird es zur Sucht - zur Spielsucht.
Kriterien für Sucht
Folgende Kriterien erscheinen in der Forschung für die Definition der Spielsucht relevant:
- Das Glücksspiel beherrscht und strukturiert das Leben der Betroffenen.
- Jede Gelegenheit nimmt der/die Spieler/in wahr.
- Die Spieler/innen haben ein unwiderstehliches Verlangen, ein Gefühl des «Nicht-aufhöhren-Könnens».
- Sie haben einen Kontrollverlust nach Beginn des Spielens.
- Die Betroffenen entwickeln einen hohen Einfallsreichtum, um neue Geldquellen zu erschliessen.
- Familie und Beruf werden zugunsten des Glücksspiels vernachlässigt. Die Spieler/innen ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück.
- Es wir ein Lügengeflecht aufgebaut, um hohe finanzielle Verluste zu vertuschen. Sie spielen heimlich.
- Die Gefühle sind in erster Linie auf das Spielen ausgerichtet. Von ihrer Familie entfernen sie sich emotional.
- Erfolg wird nur noch beim Glücksspiel gesucht.
- Das Glücksspiel macht den Sinn ihres Lebens aus.
Risiken
Unkontrolliertes Spielverhalten führt auf die Dauer fast zwangsläufig zu finanziellen und psychosozialen Folgeschäden. Mit der Aufnahme von Krediten oder dem Verkauf des persönlichen Eigentums beginnt ein Kreislauf, welcher auch in illegalen Handlungen enden kann, wenn die eigenen Mittel erschöpft sind. Besonders junge Spieler/innen bauen auch darauf, dass die Familie für den Schaden aufkommt. Längerfristig treten Schuldgefühle wegen dem Spielen auf. Depressionen können die Folge sein, sie verstärken wiederum die Spielsucht.
Prävention
Auf struktureller Ebene gehört die Angebotslenkung zur Prävention von Glücksspielsucht. Die Ausdehnung der Glücksspielangebote im Internet stellt hier neue Herausforderungen. Technische Lösungen, etwa zum Sperren von Webseiten, müssen gefunden und weiterentwickelt werden. Glücksspielanbieter sollten ferner für Massnahmen gewonnen werden, die das Suchtrisiko mindern. Ansatzpunkte hierfür gibt es beispielsweise bei der Gestaltung der Spiele.
Auf individueller Ebene beinhaltet Prävention beispielsweise die Sensibilisierung der Bevölkerung. Wie bei allen anderen Suchtproblemen sollten auch bei der Glücksspielsucht die Präventionsmassnahmen bereits früh ansetzen. Es ist deshalb wichtig, Kindern und Jugendlichen eine Vorstellung davon zu geben, was «gesundes» Spielen heisst, und ihre Spiel- und Medienkompetenz zu fördern.
Der Früherkennung kommt eine bedeutende Rolle zu. Spieler/innen nehmen ihr Verhalten selbst oft erst dann als problematisch wahr, wenn die Situation bereits sehr schwierig geworden ist. Deswegen ist es bei Anzeichen für problematisches Spielverhalten wichtig, dass das Umfeld frühzeitig reagiert. Zum einen können Nahestehende das Gespräch suchen, wenn sie sich Sorgen machen. Zum anderen kann die Vermittlung einer Beratung gefördert werden.
Das Zentrum für Spielsucht und andere Verhaltenssüchte widmet sich im Kanton Zürich der Prävention und Beratung in diesem Bereich. Die Arbeit des Zentrums basiert auf dem Konzept für Prävention und Behandlung von Glücksspielsucht (Auszug aus dem Konzept, PDF).
Letztmals aktualisiert: April 2011.
