Spricht man von Anabolika, ist damit die Gruppe der «anabolen Steroide» gemeint. Dabei handelt es sich um Hormone, die sich in ihrer chemischen Struktur und ihrer Wirkung vom männlichen Sexualhormon Testosteron ableiten. Anabole Steroide werden synthetisch hergestellt.
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Bundesamt für Sport Magglingen: Informationsseite zu Substanzen, Gesetzesgrundlage und Prävention von Doping.
Wirkung
Anabolika haben aufbauende und vermännlichende Wirkstoffe. Sie werden in allen Sportarten für den Kraftaufbau und zur Regeneration nach hohen Belastungen missbraucht. Auch im Freizeitsport sind Anabolika verbreitet.
Risiken
Beim Konsum von Anabolika wird der natürliche Hormonhaushalt gestört und teilweise ausgeschaltet. Bei Frauen kann es zu einer Vermännlichung mit tiefer Stimme, verstärkter Körperbehaarung, Rückbildung der Brüste und Störung der Monatsregel kommen, bei den Männern zu einer Verweiblichung mit Brustwachstum, Schrumpfung der Hoden und einer Störung der Spermienproduktion.
Die Einnahme von Anabolika über eine längere Zeit kann zu Leberentzündungen und Leberkrebs führen. Erhöhter Blutdruck belastet den Herzkreislauf, und erhöhte Blutfettwerte steigern das Herzinfarktrisiko. Bei Jugendlichen kann es zu einem Stillstand des Wachstums kommen. Weitere Nebenwirkungen sind das Auftreten von Akne und Haarausfall.
Psychische Folgen wie eine erhöhte Aggressivität sind ebenfalls möglich. Kognitive Prozesse wie Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit können negativ beeinflusst werden.
Es ist unklar, ob der Konsum von Anabolika eine Abhängigkeit erzeugen kann. Es gibt Sportler und Sportlerinnen, die nach dem Absetzen von Anabolika Depressionen erlitten.
Zahlen und Fakten
Die Einnahme von Anabolika ist ein Phänomen, das vor allem bei Sportlern und Sportlerinnen - insbesondere im Kraft- und Hochleistungssport - weit verbreitet ist. Aber auch im Breitensport dopen sich immer mehr Menschen mit Anabolika.
In den letzten Jahren nahm die Zahl der am Zoll beschlagnahmten illegalen Heilmittel, vor allem Muskelaufbaupräparaten, massiv zu. Anabolika sind gegenwärtig nach den Potenzmitteln die am zweithäufigsten illegal importierten Substanzen in die Schweiz. Dies deutet auf einen Anstieg der Einnahme von Anabolika hin.
Prävention
Aufgrund des hohen Schadenspotenzials von Anabolika ist das Ziel der Prävention der Nichteinstieg in den Konsum bzw. der Konsumausstieg. Dabei ist die Information über die Wirkung und die Risiken bei der Einnahme von Anabolika sehr wichtig. Es geht aber auch darum, die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu reflektieren und akzeptieren.
Letztmals aktualisiert: Okt. 12, Sucht Schweiz
